Gutes und schlechtes Olivenöl

September 30, 2015

Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert: wie erkennen wir gutes oder schlechtes Olivenöl? Woher kommen diese teilweise grossen Preisunterschiede?

 

Teilweise kostet eine Flasche Olivenöl beim Discounter weniger als ein Glas Marmelade mit einem Fruchtanteil von 50%. Kann so ein Olivenöl überhaupt gut sein?

 

Bleiben wir doch beim Marmeladenbeispiel. Wenn ich mich in der Erdbeerzeit dazu entscheide selbst Marmelade zu machen gehe ich zum Bauern im Nachbarort und lese die Erdbeeren auf dem Feld selber ab. Ein Kilo Erdbeeren kostet mich so CHF 5.50. Auf ein Kilo Erdbeeren kommt ein 1 Kilo Gelierzucker, das kostet zusätzliche CHF 2.65. Für ein knappes Kilo Marmelade komme ich also auf CHF 8.15, ohne meine Arbeit einzurechnen. Im Internet habe ich gesehen dass ich eine Bio-Marmelade die mit 70% Fruchtanteil hergestellt wird (ein kleines Töpfchen von ca. 350 gr.), zu einem Preis von CHF 5.90 kaufen kann. 

 

Für eine qualitativ hochwertige Marmelade die vorzugsweise aus einem hohen Fruchtanteil, aus biologischem Anbau, sind wir bereit einen verhältnismässig hohen Preis zu bezahlen.

 

Beim Olivenöl verhält es sich ähnlich: ungespritzte Olivenbäume gibt es extrem selten, die Bäume müssen regelmässig zurückgeschnitten und gepflegt werden, das Wetter spielt eine Rolle, lange Trockenperioden im Sommer sind schädlich, usw.

 

Allein die Pflege des einzelen Olivenbaumes ist also recht aufwendig.

 

Kommen wir zur Ernte: die Oliven werden traditionell von Hand geerntet. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Oliven müssen danach in die Mühle zur Presse gebracht werden, das sind noch einmal zusäztliche Kosten. Und last but not least: das Olivenöl muss in einem passenden Behältnis aufbewahrt werden.

 

Unsere Bäume sind garantiert ungespritzt. Das reduziert deutlich den Ertrag. Für einen Liter Olivenöl benötigen wir zwischen 15 und 18 kg. (Je nach Region und Sorte variieren diese Zahlen.)

 

Wie ihr also feststellen könnt, ein Liter gutes, reines, und vor allem völlig unbehandeltes (!) Olivenöl kann nicht CHF 5.00 kosten. Dass dabei etwas nicht mit rechten Dingen zugeht ist eigentlich klar.

 

Das beste Olivenöl - aus 20 verschiedenen - welches Kassensturz 2013 testete, kostet bei 25cl CHF 36.00. Das klingt zwar teuer, erklärt jedoch warum beispielsweise ein Kaffeelöffel gutes Olivenöl weit mehr Geschmack produziert als Discounteröl. Entgegen dessen was man glauben könnte ist hier übrigens die absolute naturtrübheit ein Qualitätsmerkmal, wenn also klares Olivenöl aus der Verpackung kommt dann ist die Chance sehr gross, dass es sich um ein gemischtes, qualitativ nicht so gutes Olivenöl handelt.

 

ZEIT-ONLINE veröffentlichte zu diesem Thema  einen sehr interessanten Artikel:

"Das Geheimnis des billigen Öls"

 

 

 

 

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